Schauspielseminar Santorin

Für Theaterbegeisterte und Individualisten!

Santorin, die Insel

Erreicht man mit dem Schiff aus nördlicher Richtung die Inselgruppe Santorin / Thira - zur Linken imposant auf dem fast zweihundert Meter hohen Kraterrand klebend die Ortschaft Oia – erkennt man zur Rechten auf einer flachen Landzunge der Nebeninsel Therassia eine weiße Kapelle mit blauer runder Kuppel: Santa Irina. Sie begrüßte vor 500 Jahren die Venezianischen Schiffe mit den damaligen Herren der Kykladen – Inseln und gibt der Insel ihren heutigen gebräuchlichen Namen: Santorin. Die Magie der Insel hat drei Quellen: Ihre Geschichte, ihre bizarren Landschaften und das unter und über allem liegende Fluidum ihres vulkanischen Ursprungs.

Um das Jahr 1525 v. Chr. kam es in der Ägäis zu einer nachhaltigen Naturkatastrophe: Nach einem gewaltigen Ausbruch stürzte der Krater des Vulkans auf der Insel Strongyle („Die Runde“) in sich zusammen und das Meer ergoss sich unter Entstehung einer gewaltigen Flutwelle in den Hohlraum. Das heutige Santorin ist der Rest dieses Ereignisses. Eine Kultur, deren Zeugnisse erst heute bei Ausgrabungen zutage kommen, fand ihr Ende.

In der Folge wurde die Insel wieder besiedelt, von Byzanz, den Venezianern, deren Burgruinen noch teilweise am Krater erahnbar sind, von den Türken verwaltet, 6 Jahre sogar von den Russen besetzt. Seit 1830 unter griechischer Souveränität.

Nach einer fast hundertjährigen Hochkonjunktur der Handelschifffahrt mit Segelschiffen (die Villen der ehemaligen Kapitäne in Oia zeugen noch davon) geriet Santorin in Vergessenheit und verlor immer mehr an Bedeutung und Bevölkerung. Mit dem Einsetzen des Tourismus und einer geschickten Wiederinstandsetzung nach einem katastrophalen Erbeben von 1958 kam die Insel erneut zur Blüte und präsentiert sich heute dem Besucher in all ihrer Schönheit und Magie.

Seminar – Inhalt

Im Sommer 2002 führte ich im Rahmen der Perchtoldsdorfer Sommerakademie ein Schauspiel – Seminar durch. Später, im August, während meines Urlaubes auf Santorin, führte mich unser Freund Chris, in dessen Haus die Seminarteilnehmer zu Gast sein werden, an ein paar spezielle Plätze der Insel: Das antike Thera, die Reste einer Stadt, die ihre Hochblüte um 900 vor Christus erlebt hatte und auf einem Bergrücken in 300m Höhe über dem Meer im ewigen Ägäiswind liegt. An das Ende des 5 km langen Baxedes – Strandes im Norden der Insel, der durch das imposante Cap Coloumbo unterbrochen wird, einer schwarze Felsnase übergossen von Bimssteinschichten – ein geologisches Freilichtmuseum. Zu einer der pittoresken Kirchen 200 Meter hoch auf dem Krater mit einem gewaltigen Blick in das tiefblaue Meer, wo einmal die Mitte der Insel Strongyle gelegen war.

Hier kam mir die Idee, als Inspiration auf diese 3 magischen Orte und Plätze das Konzept eines Theater - Seminars aufzubauen.

Angelpunkt unserer Beschäftigung mit Theater und Schauspielerei, mit Rollenarbeit und sprachlicher Gestaltung wird der Stoff der „Amphitryon“ – Geschichte sein. Von Plautus über Molière und Kleist bis Anouilh und Peter Hacks - durch die gesamte Theatergeschichte zieht sich die Auseinandersetzung der Autoren mit diesem urgriechischen Komödienstoff:

Zeus hat es auf Alkmene abgesehen. Alkmene ist die Frau des Feldherren Amphitryon. Dieser befindet sich gerade auf der Rückkehr aus der Schlacht. Merkur, der „spin doctor“ seines Herrn rät Zeus, die Gestalt des Gatten anzunehmen, sodass ihm Alkmene mit Sicherheit zu Willen sein würde. Die Sache klappt auch bestens und Alkmene ist erstaunt über die Feurigkeit und Impulsivität ihres Gatten, und wie wenig Zeit er für seine Erzählungen aus der Schlacht verwendet. Sie verabschieden sich. Da erscheint auch schon Amphitryon, erzählt von der Schlacht und will ins Bett...

Großteil unserer gemeinsamen Arbeit wird die professionelle Probenarbeit an Szenen aus dem Amphitryon sein. Unter anderem auch an den oben erwähnten Orten. Dabei streifen wir immer wieder Grundlagen und Basisübungen der Schauspielerei, die Themen Sprechtechnik und Theaterpraxis, diskutieren Zusammenhänge und Assoziationen.

Aufenthalt Santorin 7 Tage.
Seminardauer 5 Tage (1 Tag Wien, 4 Tage Santorin)
Termin: 2. - 9. Mai 2004
Preis pro Teilnehmer (Seminarteilnahme + Appartement) Euro 1.299.-

Aufenthaltsort der Seminarteilnehmer siehe
www.greekhotel.com

Doppelzimmer, die Mitnahme einer Person, die nicht am Seminar teilnimmt ist möglich.

Fischer von Santorin
Foto: Fischer aus dem Westhaus in Akrotiri
(Athen, Nationalmuseum)

Santorin
Foto: editions HATTALIS